Es wurde industrieller Phosphorgips und Lignin zur Stabilisierung künstlich mit Blei belasteter Böden eingesetzt. Durch uniaxiale Druckversuche ohne Seiteneinschränkung (UCS) wurden der Einfluss der Zugabemenge des Bindemittels und der Aushärtezeit auf die Spannungs-Dehnungs-Kurven, das Versagensverhalten und die uniaxiale Druckfestigkeit des mit verschiedenen Bleibelastungen verseuchten Bodens untersucht. Ein Vergleich der Bindemittelwirkung wurde mittels Rasterelektronenmikroskopie (SEM) zur Analyse der mikrostrukturellen Eigenschaften der Bodenproben vor und nach der Stabilisierung vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Phosphorgips als auch Lignin die uniaxiale Druckfestigkeit der stabilisierten Böden erhöhen und die Bruchdehnung verringern; mit steigenden Phosphorgipsmengen steigt die Druckfestigkeit kontinuierlich, während sie mit zunehmender Ligninmenge zunächst steigt und dann sinkt; eine längere Aushärtezeit verbessert die Druckfestigkeit effektiv. Mit zunehmender Menge des Bindemittels und der Aushärtezeit nimmt die innere Verkittung des Bodens zu, das Versagensmuster wandelt sich von lokalem Reißen zu Scherversagen und zeigt sprödes Bruchverhalten. Beide Bindemittel haben Vor- und Nachteile: Lignin ist wirksamer bei der Stabilisierung hoch belasteter Bleiböden und weist eine bessere Verformungsbeständigkeit auf, während Phosphorgips die Festigkeit kurzfristig besser erhöht und Blei effektiver fixiert. Die SEM-Untersuchung zeigt, dass das Bindemittel Poren füllen und Bodenteilchen verkittet, und dass Hydratationsprodukte eine dichte Struktur im Boden bilden, was sich makroskopisch in einer erhöhten Festigkeit äußert.