Um den Einfluss des Anteils von künstlichem Sand auf das Biegeverhalten von selbstverdichtenden leichten Betonbalken zu untersuchen, wurden fünf Balken mit Anteilen von 0 %, 30 %, 60 %, 80 % und 100 % künstlichem Sand entworfen und hergestellt. Es wurden Vierpunkt-Biegeversuche durchgeführt, bei denen die Durchbiegungskurven, die Durchbiegung in der Mitte des Feldes und die Rissverteilung unter Belastung für unterschiedliche Anteile an künstlichem Sand untersucht wurden. Ziel war es, die Wirkung des Anteils von künstlichem Sand auf den Rissmoment und die Biege-Lasttragfähigkeit zu erforschen. Die Ergebnisse zeigten, dass die durchschnittliche Querschnittsspannung aller Versuchsbohlen der Annahme der ebenen Querschnitte entspricht und die Last-Durchbiegungskurven im Wesentlichen ähnlich sind. Mit zunehmendem Anteil an künstlichem Sand treten mehr Sekundärrisse auf und die Rissverteilung wird bei den selbstverdichtenden leichten Betonbalken gleichmäßiger. Unter derselben Laststufe vor dem Erreichen des Fließens verringert sich die maximale Rissbreite; die Durchbiegung in der Mitte und die Grenzlasttragfähigkeit erreichen bei 80 % Anteil an künstlichem Sand ihr Maximum und steigen gegenüber Balken mit ausschließlich Flusssand um 16,13 % bzw. 6,62 %. Die nach der Durchbiegungsformel für leichten Beton berechneten Durchbiegungswerte weichen von den Versuchswerten ab. Das Rissmoment der Testbalken, berechnet nach Normformeln, unterscheidet sich stark von den Versuchswerten. Durch die Auswertung der Versuchsergebnisse und der Tragfähigkeitsberechnung wird ein optimaler Anteil von 60 % bis 80 % künstlichem Sand für selbstverdichtenden leichten Beton abgeleitet.