Die Halbpotezialmethode ist derzeit das am häufigsten verwendete Verfahren zur Erkennung von Bewehrungskorrosion in Betonbauwerken in der Praxis, jedoch kann diese Methode nur die Wahrscheinlichkeit einer Bewehrungskorrosion angeben und keine quantitativen Informationen zur Korrosion liefern. Es wird eine quantitative Methode zur Bestimmung von Position und Länge der lokalen Korrosion der Bewehrung im Beton basierend auf der Verteilung des Halbpotezials vorgeschlagen: Zunächst wird unter Berücksichtigung des Einflusses des Porensättigungsgrades des Betons auf die Sauerstoffdiffusion und den Widerstand ein direktes numerisches Modell zur Verteilung des Korrosionspotentials der Bewehrung im Beton erstellt; anschließend wird unter Verwendung der gemessenen Halbpotezialverteilung als a priori Beschränkung mit einem Partikelschwarm-Optimierungsalgorithmus eine numerische inversive Berechnungsmethode zur Bestimmung der Position und Länge der lokalen Korrosion der Bewehrung entwickelt; schließlich wird an einem Praxisbeispiel eines Betonbauteils mit korrodierter Bewehrung das Änderungsverhalten der numerischen Inversionsergebnisse bei unterschiedlichen Sättigungsgraden untersucht und die Anwendbarkeit des numerischen Inversionsmodells anhand von Laborbauteilen validiert. Die Ergebnisse zeigen, dass diese numerische Inversionsmethode die Position und Länge der lokalen Korrosion der Bewehrung im Beton genau berechnen kann. Darüber hinaus beeinflusst die Veränderung des Sättigungsgrades die Verteilung der Sauerstoffkonzentration an der Bewehrungsoberfläche und den Betonwiderstand, verändert die Verteilung des Potentials an der Bewehrungsoberfläche und beeinflusst somit die numerischen Inversionsergebnisse, insbesondere wenn der Sättigungsgrad größer als 0,4 ist, sind die Inversionsergebnisse besonders empfindlich gegenüber Veränderungen.